
HS Hof, HST und LANUK verlängern DMeStHyA-Kooperation
Die drei Partner HS Hof, HST Systemtechnik und LANUK NRW verlängern die Forschungs-Kooperation zum Digitalen Mess- und Steuerungssystem DMeStHyA um ein Jahr bis 31. Dezember 2026.
Mit Unterzeichnung der 1. Ergänzungsvereinbarung zur Kooperationsvereinbarung vom 05. April 2021 verlängern die drei Partner – die Hochschule Hof (HS Hof), das Unternehmen HST Systemtechnik GmbH & Co. KG und das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK, vormals LANUV) – ihre gemeinsame Arbeit am Vorhaben „Entwicklung eines digitalen Mess- und Steuerungssystems für hydrometeorologische Anwendungen, anwendungsbezogenes Upscaling mit Praxistest im Feld“ (DMeStHyA) um zwölf Monate. Die neue Vereinbarung tritt am 1. Januar 2026 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2026.
Was bisher erreicht wurde
Das Vorhaben ist weit fortgeschritten: Bis Ende 2024 wurden rund 270 Messstellen begutachtet und modernisiert, 95 Prozent der fehlenden Stationen neu errichtet sowie 145 neue Standorte akquiriert. 84 Altstandorte wurden gemäß den Vorgaben von VDI und WMO verlegt. Der digitale Netzbetrieb ist eingerichtet, die Datenverfügbarkeit hoch und die Nutzerzufriedenheit ausgeprägt. Damit hat das Projekt wesentliche strukturelle Ziele bereits erreicht.
Qualität und Sorgfalt als Grund für die Verlängerung
Um die Anwendungsanalyse sowie die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung abschließen zu können und das volle Potenzial des Messnetzes auszuschöpfen, wird der Zeitrahmen für einige komplexe Aufgaben gezielt erweitert. Die strategische Ergänzung der Sensorik um Lufttemperatur-, Luftfeuchte- und Regenwächtersensoren ist ein entscheidender Schritt, um die Datengrundlage für den Modellbetrieb im Hochwassermeldedienst und Starkregenmanagement weiter zu optimieren. Gleichzeitig bildet sie ein starkes Fundament für das Folgevorhaben NIQKI und die KI-gestützte Qualitätskontrolle der Messdaten.
Bei der im erweiterten Vorhaben neu hinzugekommenen Einrichtung der Klimareferenzstationen mit Zusatzparametern wie Windmessungen, Globalstrahlung und Luftdruck legen die Projektpartner großen Wert auf rechtliche und planungsseitige Sorgfalt. Die Ausarbeitung von Gestattungsverträgen und die umfassende Abstimmung mit den verschiedenen Bau- und Umweltbehörden nimmt zwar mehr Zeit in Anspruch, garantiert dafür aber langfristig rechtssichere und optimal genehmigte Standorte.
Auch der umfassende Ausbau der Lysimeteranlage Neuenkirchen_Sankt-Arnold_LYS_NRW – einer Messeinrichtung zur Erfassung von Sickerwasser und zukünftig ggf. auch Stoffbilanzen – wird auf eine rechtlich abgesicherte Basis gestellt. Notwendige Vorarbeiten wie Grenzfestlegung, Waldumnutzungsverfahren und Kompensationsmaßnahmen im Rahmen der Waldumwandlung und des Artenschutzes werden umgesetzt. Das zusätzliche Jahr wird zudem genutzt, um die vertraglichen und bauordnungsrechtlichen Voraussetzungen für den Aufbau der neuen Messfelder für die Qualitätssicherung des Messbetriebs im Flach- und Bergland zu schaffen und den Abschluss der Messnetzmodernisierung rechtssicher umzusetzen.
Ziele des Verlängerungsjahres 2026
Die Verlängerung zielt darauf ab, alle offenen Modernisierungs- und Digitalisierungsmaßnahmen vollständig umzusetzen, damit eine abschließende Analyse und Bewertung des Vorhabens durch den Partner HS Hof vollumfänglich durchgeführt und zum Abschluss gebracht werden kann. Das Messnetz soll außerdem so vorbereitet sein, dass das Folgevorhaben NIQKI seine Eingangsdaten über SPS und Cloud in Quasi-Echtzeit erhält. Hierfür und für die Verbesserung der Prognosemodelle des Hochwassermeldedienstes des LANUK sind die Erweiterung des Messnetzes um zusätzliche Stützstellen mit Klimaparametern und der Abschluss der Digitalisierung der Lysimeteranlage weitere notwendige Schritte zur Verbesserung der hydrometeorologischen Datengrundlage und Verifikation der Daten. Aus Sicht der Projektpartner ist die Verlängerung noch einmal ein qualitativer Meilenstein: Erst mit Abschluss der erweiterten Ziele und angepassten Arbeitsinhalte lässt sich der Nutzen der Digitalisierung, einschließlich KI-gestützter Verfahren, vollständig bewerten.
Vertragliche Grundlage und Aufgabenverteilung
Die Ergänzungsvereinbarung regelt die Fortführung aller Leistungsinhalte aus dem ursprünglichen Kooperationsvertrag: Nachrüstung der modernisierten Messstellen und Erweiterung zur Erfassung weiterer Klimaparameter, Abschluss der Digitalisierung und Standardisierung des Messnetzes sowie die wissenschaftliche Begleitung, Auswertung und Evaluation. Alle übrigen Regelungen des Kooperationsvertrags – darunter die Rollenverteilung zwischen LANUK als Netzbetreiber, HST als technischem Umsetzungspartner und HS Hof als wissenschaftlicher Leitung sowie die Grundsätze zu Kosten, Berichten, Datenbereitstellung und geistigem Eigentum – gelten unverändert weiter.