
Messnetz-Digitalisierung: Hohe Akzeptanz im Praxis-Test
Die technische Modernisierung des hydrometeorologischen Messnetzes bewährt sich im Alltag: Eine aktuelle Analyse der HS Hof zeigt eine durchweg hohe Zufriedenheit beim operativen Personal. Die Ergebnisse untermauern den Erfolg des zukunftsweisenden Digitalisierungsvorhabens DMeStHyA.
Nutzer urteilen klar: Digitalisierung überzeugt im Alltag
Beim jüngsten Projekttreffen am 28. Januar 2025 am Sitz des Projektpartners HST Systemtechnik GmbH & Co. KG in Meschede zog das Vorhaben DMeStHyA eine wichtige Zwischenbilanz. Gemeinsam mit der Hochschule Hof und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) als Betreiber wird das hydrometeorologische Messnetz in Nordrhein-Westfalen seit 2021 schrittweise standardisiert und um eine cloudbasierte Betriebsführung ergänzt. Um zu prüfen, ob diese auf einen verbesserten Hochwasserschutz und Klimafolgenanpassung abzielenden technischen Neuerungen auch tatsächlich alltagstauglich sind, evaluierte Ende 2024 eine Online-Akzeptanzanalyse die Erfahrungen der operativen Fachkräfte.
Das nun präsentierte Stimmungsbild ist eindeutig: Das Feedback fiel rundum positiv aus. Drei Viertel der befragten LANUV-Mitarbeitenden geben an, mit der neuen Ausstattung sehr zufrieden zu sein, das restliche Viertel ist zufrieden. Negative Einschätzungen blieben komplett aus. Dieses Ergebnis ist besonders aussagekräftig, da es direkt von den Personen stammt, die täglich mit der neuen Technik im Feld und am Schreibtisch arbeiten.
Detailbewertungen der Anwender
Die vorgestellten Daten basieren auf einer strukturierten Online-Befragung. Abgefragt wurden genutzte Funktionen digitaler Wartungstools, Veränderungen im Arbeitsalltag sowie die Zufriedenheit mit einzelnen technischen Komponenten. Die Detailbewertung zeigt ein differenziertes, aber insgesamt sehr positives Bild. Das neue Schaltschrankdesign erhielt die Bestnote von 4,75 von 5 möglichen Punkten. Tablets und die Umstellung auf Netzstromversorgung folgten mit je rund 4,38 Punkten. Das Betriebsführungssystem KANiO und KANiO mobil sowie der Fernabruf lagen im mittleren Bereich bei etwa 3,5 bis 3,6 Punkten. Das Betriebsüberwachungssystem SCADA.web schnitt mit rund 3,25 Punkten am schwächsten ab. Diskutiert wurde dies vor allem im Kontext einer bislang noch geringen Einbindung in den Arbeitsalltag und ausstehender Schulungen.
Bei den übergreifenden Aspekten stachen die Standardisierung der Messtechnik, die Wartungsfreundlichkeit sowie Zuverlässigkeit, Arbeitssicherheit und ordnungsgemäße Installation positiv hervor. Zwei Drittel der Befragten empfanden die neuen digitalen Lösungen insgesamt als spürbare Erleichterung. Als konkrete Vorteile nannten die Teilnehmenden unter anderem einen geringeren Schulungsaufwand trotz umfassender Modernisierung, eine höhere Betriebsstabilität sowie einen schnelleren Zugriff auf Betriebs- und Messdaten. Auch die Terminplanung und das Ersatzteilmanagement haben sich durch die Digitalisierung spürbar verbessert.
Gute Projektkultur als Erfolgsfaktor
Die Umfragedaten wurden beim Treffen in Meschede analysiert und in das Gesamtergebnis eingebettet. Die Projektbeteiligten bestätigten rückblickend eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre, direkte und wertschätzende Kommunikation sowie eine ausgeprägte Einbindung des operativen Personals in die Projektentwicklung. Damit erfüllt DMeStHyA in der Praxis genau jene Kriterien, die einschlägige Metastudien für nachhaltig wirksame Digitalisierungsprojekte in der Wasserwirtschaft als maßgeblich beschreiben – insbesondere hinsichtlich eines erkennbaren Mehrwerts und einer transparenten Gesamtstrategie.
Ausblick und Brücke zum KI-Projekt NIQKI
Die im Januar präsentierten Ergebnisse markieren nicht nur einen erfolgreichen Meilenstein, sondern bilden auch das Fundament für anstehende Vorhaben. Im Folgeprojekt NIQKI, das im Februar 2025 startet, soll eine KI-gestützte automatische Plausibilisierung von Messdaten entwickelt werden. Die bisherige Projektarbeit hat gezeigt, dass Anwender solche Innovationen nur akzeptieren, wenn Methoden transparent und Entscheidungen nachvollziehbar bleiben. Gepaart mit einer Budgetüberschreitung von lediglich 3,7 Prozent in einem stark inflationsgeprägten Umfeld bestätigt die nachgewiesene hohe Nutzerakzeptanz den Ruf von DMeStHyA als eines der erfolgreichsten Digitalisierungsprojekte der Branche und als Best-Practice-Referenz für andere Messnetzbetreiber.