05. April 2021Andere📍 Hof, Meschede, Duisburg
DMeStHyAMeilenstein

Kooperationsvereinbarung ebnet Weg für NRW-weites Messnetz-Upscaling

Das Digitalisierungsvorhaben DMeStHyA tritt in eine entscheidende Phase: Mit einer formellen Kooperationsvereinbarung schließen sich das LANUK, die HS Hof und HST zusammen. Diese bildet das Fundament für die landesweite Modernisierung von rund 300 hydrometeorologischen Messstationen in NRW. Mit diesem Vorhaben wird die 2018 im Rahmen vom Forschungsvorhaben Kommunal 4.0 begonnene Zusammenarbeit fortgesetzt.

Kooperationswürdigkeit als strategische Weichenstellung

Das übergeordnete Ziel des Vorhabens ist ambitioniert: Die Weiterentwicklung einer standardisierten Schalteinheit und Messstellenkonfiguration, die sukzessive im gesamten Feld ausgerollt wird. So soll ein modular erweiterbares und stabiles hydrometeorologisches Messnetz entstehen, das zentrale Anwendungen wie den Hochwasserinformationsdienst, sowie Umwelt-, Boden und Klimafolgenmonitoring zuverlässig mit Daten versorgt.
Bevor der rechtliche Rahmen dafür entstehen konnte, stand im März 2021 eine kritische Prüfung an: Ist eine vertiefte Kooperation fachlich, organisatorisch und finanziell tragfähig? Die dafür zuständigen Verantwortlichen beim LANUV zogen als Basis für ihre Entscheidung die bisherigen Vorarbeiten aus Kommunal 4.0 heran – darunter das entwickelte Standard-Messschrank-Konzept, Gefährdungsanalysen und erste digitale Dokumentationen. Das Ergebnis fiel eindeutig zugunsten einer strategischen Partnerschaft aus, da die Einbindung der Modernisierung in das Vorhaben maximale Flexibilität und eine direkte Anbindung an parallele Forschungsvorhaben sicherstellt. Ein wesentliches Arbeitspaket des Vorhabens ist die begleitende Anwendungsanalyse durch die HS Hof, um die Auswirkungen und die Effizienz der Modernisierung mit Zahlen und Fakten beschreiben zu können.

Vereinbarungswerk entsteht: Rollen, Rechte und Ressourcen

Mit diesem Mandat begann im April 2021 die inhaltliche Ausgestaltung des Arbeitsprogramms. Zusammen erarbeitete Vera Schimetzek (LANUV), Martin Bohatsch (HST) und Prof. Dr. Günter Müller-Czygan (HS Hof) den Entwurf der Kooperationsvereinbarung, die Leistungsbeschreibung sowie den Zeit- und Kostenplan. Gemeinsam konsolidierten sie die Dokumente, die nun exakte Arbeitspakete, Zuständigkeiten, Berichtspflichten und Finanzierungsobergrenzen für den Umbau, Neubau und das Betriebsmanagement festschrieben. Parallel wurde der Mittelbedarf für die Kooperation ermittelt, der für die LANUK-Anteile klare jährliche Budgetobergrenzen vorsah.

Klare Rollen als Erfolgsfaktor

Gegenstand der Vereinbarung ist die gemeinsame Entwicklung eines digitalen Mess- und Steuerungssystems sowie dessen anwendungsbezogene Upscaling mit Praxistests im Feld. Jeder Partner bringt dabei seine Kernkompetenzen ein: Das LANUV stellt das Messnetz und die Fachkompetenz im Messbetrieb sowie bei der Datenanalyse bereit, begleitet die Modernisierung und nutzt die generierten Daten in eigenen Modellen. HST verantwortet als technischer Partner das Messschrank-Engineering, die Integration der Sensorik, die Datenübertragung, Installation, Inbetriebnahme und den Aufbau der digitalen Betriebsführung. Die HS Hof übernimmt die übergeordnete Projektkoordination, die wissenschaftliche Begleitung, die Organisation regelmäßiger Statusmeetings und den Wissenstransfer.
Dieses arbeitsteilige Modell verteilt Kompetenzen dorthin, wo sie am stärksten ausgeprägt sind, und sichert durch verbindliche Abstimmungsfristen einen hohen Qualitätsstandard ab. Die erforderlichen Mittel für die Modernisierung werden quartalsweise in Statusgesprächen abgeglichen und halbjährlich dokumentiert, sodass eine kontinuierliche Steuerbarkeit gewährleistet bleibt.

Vereinbarungsunterzeichnung und Projektstart

Am 3. Mai 2021 trat die Kooperationsvereinbarung offiziell in Kraft und besiegelte die formelle Partnerschaft der beteiligten Akteure. Die vertraglich geregelten Arbeiten begannen rückwirkend zum 1. Mai 2021 und waren zunächst bis zum 31. Dezember 2025 angesetzt – eine Laufzeit, die später durch eine Ergänzungsvereinbarung bis Ende 2026 verlängert wurde.
Dieser Meilenstein markiert damit den entscheidenden Übergang von einer vorbereitenden Projektidee in ein formal geregeltes Großvorhaben. Erst durch diese Kooperationsvereinbarung entsteht der verbindliche Rahmen, auf dessen Basis der landesweite Umbau der rund 300 Messstellen, der Großlysimeteranlage, der Aufbau von zwei Mess- und Monitoringfelder, die Standardisierung der Schaltschränke und die vollständige Digitalisierung des LANUK-Messnetzes erfolgreich angestoßen werden können.